Als mein Vertrag mit dem THW Kiel 2016 auslief, machte mir der Verein ein Angebot über ein weiteres Jahr. Gerne wäre ich noch länger an der Förde geblieben, aber mit 32 Jahren und einem Herz voller Handball-Leidenschaft wollte ich noch mehrere Jahre auf europäischem Top-Niveau spielen. Meine Frau Isi, die ebenfalls Handball spielt, und ich mussten uns also umorientieren.

Zelt im Norden Deutschlands ab- und an der Westküste Frankreichs wieder aufgebaut! 

Schnell war klar, dass wir eine Stadt in Europa finden wollten, in der es für uns beide einen Verein gibt. Seit wir uns kennen lagen immer mindestens 100 Kilometer zwischen unseren Vereinsstädten. So gesehen war die Situation auch ein Glücksfall für uns.

Im Gespräch mit dem Präsidenten Gael Pelletier und dem Trainer Thierry Anti beim HBC Nantes habe ich gemerkt, dass die Verantwortlichen in diesem Verein die gleichen Ansprüche an sich selbst und das Team haben wie ich auch. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“ und „Wir wollen in die Champions League“ waren Sätze, die ich sofort unterschreiben konnte. Mit meiner internationalen Erfahrung sollte ich helfen, diese Ziele zu verwirklichen. Diese Haltung war ausschlaggebend dafür, dass ich mich für Nantes entschieden habe.

Eine Entscheidung, die sich von der ersten Minute an richtig angefühlt hat – und das hat sich seitdem immer wieder bestätigt.

Die prägendste Station meiner Profi-Karriere war die beim THW Kiel. Zehn Jahre habe ich dort gespielt, bin deutscher Meister und DHB-Pokal-Sieger geworden und habe dreimal die Champions League mit den Zebras gewonnen.

Vergesst niemals wo ihr herkommt!

In der Zeit von 2006 bis 2016 habe ich mich in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt sportlich, aber auch privat unglaublich wohl gefühlt und durfte die großartige Erfolgsgeschichte des deutschen Rekordmeisters mitschreiben. Doch bis zum Wechsel an die Förde musste aus dem Mini-Klein ein 23-jähriger Klein werden – und wie der seinen Weg nach Kiel fand, lest ihr hier:

600 Kilometer südlich von Kiel, im nordbayerischen Obernburg, hat alles angefangen. Mein Vater hatte im Garten ein Handballtor aufgestellt, und somit war meine Liebe zum Handball geweckt. Ich habe in meiner Kindheit Fußball, Tischtennis und Leichtathletik ausprobiert, aber nichts hat mich so begeistert wie der Handball. Wie mein älterer Bruder Marcel und meine „kleine“ Schwester Christin wurde ich zunächst von meiner Mutter trainiert. Später übernahmen zuerst mein Vater und dann mein Bruder (ehemals Spielführer der Jugendnationalmannschaft) meine Ausbildung – er ist und war stets mein Vorbild. Erst mit 17 Jahren schaffte ich es so richtig in Fahrt zu kommen und stieg mit meiner TUSPO Obernburg in die Zweite Bundesliga (Süd) auf, bevor ich mit 19 Jahren- dank eines Doppelspielrechts- mein Erstliga-Debüt beim TV Großwallstadt feiern konnte.

Ein wichtiger Meilenstein in meiner Entwicklung war mein erster Lehrgang mit der Junioren-Nationalmannschaft. Die Einladung von Bundestrainer Martin Heuberger lag genau an meinem 18. Geburtstag im Briefkasten. Ein unglaubliches Geburtstagsgeschenk! Dass ich dort eingeladen wurde, habe ich vor allem Dr. Frantisek Fabian, dem Trainer der TUSPO Obernburg, zu verdanken, der mich durch seine Begeisterungsfähigkeit auf die richtige Schiene gebracht hat. Die Teilnahme an der Junioren-WM in Brasilien war ein erster internationaler Höhepunkt. Mein Wechsel zur SG Wallau/Massenheim – und damit in die 1. Bundesliga – war dann der nächste große Schritt. Dort schenkte mir Trainer Martin Schwalb großes Vertrauen und gab mir Einsatzzeiten. Wir zelebrierten dort dynamischen Tempo-Handball, was mir ungemein entgegenkam.

In den darauffolgenden Jahren konnte ich das Doppelspielrecht weiter nutzen. Die Saison 2004/05 war der Hammer. Ich wurde bei der SG Wallau/Massenheim und der TUSPO gleichzeitig Torschützenkönig. Zum ersten Mal durfte ich dann im Jahr 2005 in Israel für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen, ein Wahnsinnsgefühl. Inzwischen habe ich 187 Länderspiele absolvieren dürfen und dabei 370 Tore geworfen. Nach einem erfolgreichen Jahr beim TV Großwallstadt in der Saison 2005/06, wo mich Michael Roth weiter formte, bin ich nun seit Juli 2006 in Kiel.

Was mir mein Umfeld alles mit auf den Weg gegeben hat, um heute sagen zu können, ich spielte beim besten Verein der Welt!

Das Jahr 2007 war die absolute Krönung: vier Titel mit dem THW Kiel und die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft in Deutschland! Ein Jahr, das kaum zu toppen ist.

Nicht nur die vielen Titel, die ich mit dem THW gewinnen konnte, waren emotionale Höhepunkte. Auch mein Abschiedsspiel im vergangenen Juli werde ich nie vergessen. Wenn 10000 Leute in die Halle kommen, um „Servus“ zu sagen, sind Gänsehaut und Tränen vorprogrammiert. Mit der Stadt und dem Verein werde ich mich immer verbunden fühlen. Unser Sohn ist dort geboren worden, und noch immer haben wir viele Freunde in Kiel und kommen immer gerne wieder zu Besuch an die Förde.

In diesem Sinne: Einmal Zebra, immer Zebra 😉

Auch aus Frankreich verfolge ich natürlich weiterhin das Geschehen in der Bundesliga auf allen Kanälen. Und nach wie vor erreichen mich auch Autogrammwünsche aus Deutschland – was mich natürlich riesig freut. So hatten die HBL und ich die Idee, eine neue Autogrammkarte zu entwickeln, und weil ich die Kampagne „Handball – Es lebe der Sport“ mit ihren Sprüchen ziemlich cool finde, gibt es jetzt auch zwei davon mit witzigen Motiven und Sprüchen von mir.

Hier bekommt ihr eine ganz spezielle Autogrammkarte!

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